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Open Call: S U 3

3. September, 08:00 Uhr — 13. September 2020

SU3 ist ein Kooperationsprojekt zwischen den KVHBF Vitrinen im Bahnhof Hamburg Harburg und "It takes place between glass and windows", einem Projekt von Anne Meerpohl in der Vitrine im Eingangsbereich der HFBK. Auf welche Vorbilder und Diskurse kann sich bezogen werden, in welchen Räumen werden diese sichtbar? Das Projekt zieht in den Ausstellungen Verbindungen zwischen den beiden unterschiedlichen Orten und führt diese im Hörraum des Podcasts fort, der die Distanz zwischen Harburg (S3) und Mundsburg (U3) z.B. im ÖPNV medial überbrückt. Der Podcast ergänzt die Ausstellungen der jungen Hamburger Künstler*innen durch internationale Perspektiven und teilt vorhandenes Wissen. Während seit einiger Zeit antifeministische Positionen an Stärke gewinnen, gibt es gleichzeitig auch ein Empowerment zu solidarischen Strukturen, die aktuell vermehrt auftauchen und sich Gehör verschaffen. Sie beeinflussen die Organisations- und Arbeitsweisen vieler Künstler*innen und ihrer Positionierungen innerhalb von Institutionen. Diese Verknüpfung von künstlerischen und aktivistischen Handlungs- und Betrachtungsweisen wird mit SU3 sicht- und hörbar gemacht.

Befindet sich die eine Vitrine in einem institutionellen Rahmen mit einer definierten Öffentlichkeit, richten sich die anderen Vitrinen an ein eher unspezifisches Publikum all jener Menschen, die die Gleise 3 und 4 des Bahnhofs Hamburg-Harburg nutzen, ob als Pendler*innen, Fern- oder Durchreisende, und somit im weitgehend öffentlichen Raum. Beiden gemeinsam ist, dass sie historisch sind - die HFBK wurde in den 1910er Jahren erbaut, der Bahnhof Harburg in den 1890er Jahren. Repräsentation und Sichtbarkeit sind ihnen eingeschrieben und auch ein nach wie vor wirkender Referenzrahmen, dessen gesellschaftliche Prinzipien andere sind, als die, für die wir uns interessieren. Die Vitrinen, mit denen wir arbeiten, repräsentieren gemeinhin Inhalte, die weder feministisch sind, noch von Care und Freundschaft zeugen. Sie reproduzieren bestimmte (stereotype) Körper- und Künstler*innenbilder, Identitätsvorstellungen, Arbeits- und Gemeinschaftsbilder, mit einem Schwerpunkt auf Konsum und Repräsentation.

Welchen Referenzrahmen können und müssen wir uns also selber schaffen? Wie und welche Art von Präsenz können wir uns in den Vitrinen verleihen, die nicht denselben Logiken folgt? Welche Transformationsprozesse können wir anstoßen, welchen können wir folgen?

Die Vitrinen, in denen wir unser gemeinsames Projekt realisieren, sind so buchstäblich Schaufenster in eine Zukunft getragen von der Hoffnung auf gesellschaftliche Veränderungen, einer Sehnsucht nach Wandel, nach künstlerischen Allianzen.

Ausstellungsdaten:

16. - 30. Oktober 2020
6. - 20. November 2020
27. November - 11. Dezember 2020
18. Dezember 2020 - 2. Januar 2021
8. - 22. Januar 2021

Diese Ausschreibung richtet sich an alle Studierenden der HFBK Hamburg.

Bitte schickt uns bei Interesse bis zum 13. September 2020 euer Portfolio und drei bis vier Sätze dazu, was euch an den Vitrinen und der Fragestellung interessiert (zusammengefasst in einem PDF-Dokument) an anne.meerpohl@hfbk.hamburg.de.

Zehn Positionen werden am Folgetag aus den Bewerbungen ausgewählt und zu einem Speeddating am 16. September um 18 Uhr in den KVHBF eingeladen. An dem Abend wollen wir möglichst fünf Paare zusammenführen, die jeweils mit ihren künstlerischen Arbeiten in einen Dialog treten, der in und durch die Vitrinenausstellungen sichtbar gemacht wird. Es steht pro Person eine Vitrine am Harburger Bahnhof und eine Hälfte der Vitrine in der HFBK zur Verfügung.