Ausstellungen
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Nicl Barbro & Rahel Pötsch
Traum von Tuilerien

22. Mai — 27. Juni 2021

Die beiden Künstlerinnen Nicl Barbro und Rahel Pötsch untersuchen die Idee des Gartens als paradiesischer Sehnsuchtsort im Kontrast zum sozialen Raum des Bahnhofs. Ihre dialogischen Arbeiten, die sich unmittelbar mit den Bahnhofsgärten an den beiden Enden des Bahnsteiges für Gleis 3 und 4 auseinandersetzen, präsentieren sie in den Vitrinen im Zugangsbereich zum Bahnsteig. Im Zuge der 2019 begonnenen Sanierungs- und Umbauarbeiten des Harburger Bahnhofs wurden die historischen Bahnhofsgärten neu angelegt. Neben Blumenbeeten entstanden Sitzgelegenheiten für die Reisenden und ein Insektenhotel für Wildbienen.

Der Garten als "kleinste Parzelle der Welt" (Foucault) dient in der Regel als Rückzugs- und Erholungsort, in dem Menschen durch die künstliche Gestaltung oder Kultivierung der Natur einen bewussten Gegenentwurf zu häuslichen, städtischen und anderen funktionalen Räumen verwirklichen. Die Bahnhofsgärten in Harburg entfalten sich vor der Kulisse vorbeiratternder Züge sowie dem stetigen Wechsel von Ankunft und Aufbruch. Die langsam wachsenden Pflanzen und die Bänke als Einladung zum Innehalten kontrastieren den Ort des ständigen Transits.

Für Künstler:innen des 20. Jahrhunderts war der Garten ein kontrollierbares Sujet zwischen Stillleben und Pleinairmalerei und diente als Erweiterung des Ateliers. Dies greifen Barbro und Pötsch ironisch auf und untersuchen mit der Kamera die Bahnhofsgärten als Aktionsraum für ihre Kunst. Großformatige Scherenschnitte, die natürliche Formen nachahmen, treten als malerischer Bezug zum Garten in Aktion und beleben diesen künstlerisch. Performer:innen greifen dabei alltägliche Situationen auf den Bahngleisen humorvoll auf. In den Vitrinen befinden sich Holzobjekte, von denen manche an kleine Gartentore erinnern, welche die transitorische Zone vom wild urbanen zum kultivierten Lebensraum markieren. Mithilfe der performativen Strategie der Mimikry, derer sich auch viele Insekten und Pflanzen bedienen, erforschen Barbro und Pötsch den sozialen, ästhetischen und ökologischen Raum der Bahnhofsgärten.

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