Ausstellungen
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Angela Anzi mit Florian Bräunlich & Carolin Jüngst:
Resistance of Bodies / Persistence of Sound

14. März — 15. März 2020

Ausstellung und Performance für drei Personen mit tönenden keramischen Objekten

Termine
Eröffnung 13. März 2020, 19h
Performance 19:30h

ABGESAGT:
Finissage
18. März 2020, 19h
Performance 19:30, ab 20 Uhr Pablo Schlumberger & Mitko Mitkov: Ciao a PUTTI, Buona Sera ABYSSAL

"Resistance of Bodies / Persistence of Sound" ist eine musikalische und choreografische Annäherung an die Möglichkeiten, die sich zwischen den ungewöhnlichen Klangkörpern, den menschlichen Körpern und dem Raumkörper ergeben und wie diese geformt und bearbeitet werden können. Bis zur ersten Aufführung am 13. März werden Angela Anzi (*1981), Florian Bräunlich (*1989) und Carolin Jüngst (*1990, leben alle in Hamburg) vier Wochen mit Angela Anzis tönernen Objekten die Kooperationsmöglichkeiten zwischen unterschiedlichen (Resonanz-) Körpern im Kunstverein Harburger Bahnhof erprobt haben.

In „Resistance of Bodies / Persistence of Sound“ entsteht über die Atmung eine direkte Interaktion: Die tönernen Klang-, bzw. Flötenobjekte spielen darin eine wichtige Rolle. Sie sind keineswegs nur dienendes Material, sondern aktiver Teil der gemeinsamen Untersuchung. Das Instrument bringt den menschlichen Körper dazu sich auf eine bestimmte Art und Weise zu verhalten, ist widerständig oder gibt Anregungen, während der menschliche Körper seinerseits das Instrument dazu bringt, auf eine bestimmte Art und Weise zu klingen. Die Möglichkeiten dabei sind nicht unendlich – die Körper unterliegen einer bestimmten Begrenzung: der Ton ist gebrannt, das Objekt ist starr, ein bestimmter menschlicher Körper kann eine bestimmte Menge Luft in Bewegung versetzen und hat seinerseits bestimmte Bewegungsbeschränkungen. Trotzdem können sie Ordnungsmuster und vertraute Repräsentationen ins Schwanken bringen.

In dem performativen Wechselspiel, das entsteht, richtet „Resistance of Bodies / Persistence of Sound“ die Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung der Betrachter*innen. Während der Blick immer einer gewissen Perspektive unterliegt, erschließt sich die Umgebung über das Ohr alinear und körperlich. Wie verschränken sich die Sinne in der Rezeption? Wie kann das, was man sieht, durch das gleichzeitige Hören ins Wanken geraten und umgekehrt? Wie wirken die unterschiedlichen Körper wechselseitig aufeinander ein?

Ton ist in feuchtem Zustand weich und träge. Es lässt sich durch direktes körperliches Einwirken formen und speichert diese Spuren. Welche Formen schlussendlich entstehen ist immer Resultat einer Kommunikation zwischen dem bearbeitenden Körper und dem Material.Analog zum feuchten Ton ist der menschliche Körper variabel, formbar und dennoch begrenzt. Sowohl der menschliche Körper als auch das Material Ton sind ausgesprochen schwingungsfähig. Die aus der Kooperation der Körper entstehenden Klänge werden zum verbindenden Element zwischen menschlichem, durch Merle Richters gestrickte Overalls zusätzlich geformtem Körper und Klangkörper.

Design Overalls: Merle Richter
Dramaturgische Beratung: Lea Martini
Musikalische Beratung: Anne Wiemann

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