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Five in Fives #2: Bulging Fences

2. Oktober, 19:00 Uhr — 6. Oktober 2019

3. - 6. Oktober 2019

Five in Fives #2: Bulging Fences

Marvin Moises Almaraz Dosal, Vanessa Conte, Egon Van Herreweghe & Thomas Min

Eröffnung 2. Oktober 2019, 19 Uhr


Körperliche Trutzburgen, gesellschaftliches Muskelspannen, es gibt Material, das selbst so aussieht als wäre es pumpen gewesen. Wie dick soll das Fell eigentlich sein oder kann man auch voll gestählt einfach nur lässig rumliegen? Bulging Fences geht den Zäunen nach, die hochgezogen werden, um sich unangreifbar zu machen und stellt sie gleichzeitig in Frage: Ein Zaun ist Schutz, ruft aber auch danach, ihn zu umgehen. Unangreifbarkeit kann nicht das höhere Ziel sein als Kontakt.

Um in diesem Sinne die Abgrenzung zwischen Fives Ausstellung und Rollschuhbahn zu lösen, freuen wir uns im Anschluss an die Eröffnung um 20 Uhr auf ein besonderes DJ-set  für Rollschuhläufer von Phuong Dan (Pudel Club). In seiner Musik trifft der ehemalige Wartesaal auf sein eigenes, unzulängliches Versprechen: Wo zivilisiert drapierte Palmen einst Fernweh wecken sollten, wird Phuong Dan die Missverständnisse des westlichen Eskapismus musikalisch ambivalent in den Raum zurückspielen: Die künstliche Konstruktion einer anderen, fernen Welt in schwelgerischer, weichgespülter Sehnsucht schiebt sich vor globale politische und gesellschaftliche Realitäten und wird zum Vehikel der Fantasie. Zu seinen phantastischen Sounds seid ihr herzlich eingeladen, auf Rollschuhen Wege und Irrwege durch den Raum einzuschlagen.


Zu den ausstellenden KünstlerInnen:
Marvin Moises Almaraz Dosal studiert an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg bei Thomas Demand und lebt und arbeitet in Hamburg. Seine Arbeit für diese Ausstellung bewegt sich entlang von Gender Grenzen, nutzt Symbole männlichen Schaffens und Fleiß und deutet sie homoerotisch als Angebot zum lustorientierten Leben um.
Vanessa Conte (* 1977 in Yonkers, USA) arbeitet mit Malerei und Zeichnung, sie lebt und arbeitet in Glendale, USA. Ihre Werke für diese Ausstellung sind Malereien oder Bleistiftzeichnungen, die wie Comic Strips arrangiert sind und fiktionale Szenarien körperlicher Bestrafung erzählen. Die weiblichen Opfer werden in unerwarteten Momenten vom Aggressionspotential der meist ebenfalls weiblichen Täterinnen überrascht. Conte thematisiert Gefühle des Scheiterns, des grundlosen Vertrauens, der Hinderung, Misshandlung und stellt mit energetischem Strich die Lust an der Grenzüberschreitung in eine ambivalente Beziehung zu den Gefühlen ihrer Protagonistinnen.
Egon Van Herreweghe (1985, Gent BE) & Thomas Min (1992, Leuven BE) studierten Fotografie am KASK, Gent, sie leben und arbeiten in Gent. Ihre gemeinsame bildhauerische Arbeit "Crisis of Maculinity" ist eine genaue Nachbildung des markanten blauen Stahlzauns in Venice Beach, Los Angeles. Seit Anfang 2019 ist sie in die Ausstellungsfläche der neu eröffneten Kunsthalle Gent integriert. Über die Ausstellungsdauer schneiden die Künstler Teile des Zauns heraus, um sie in den öffentlichen Raum oder auf privaten Grund umzusiedeln. Die Fragmente leben somit andernorts als Fremdkörper fort, unabhängig von Öffnungszeiten und lange nach Ausstellungsende.