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Corona Rebellen
Zauri Matikashvili &
potential sightings
Volker Renner

12. August, 19:00 Uhr — 12. August 2021, 21:00 Uhr

Corona Rebellen
Zauri Matikashvili

Film (48:30 Min.)
2020

Seit dem Frühjahr 2020 demonstrieren in zahlreichen deutschen Städten jede Woche Menschen unterschiedlicher politischer Haltungen gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Unter ihnen sind die Corona Rebellen, die sich als Verteidiger:innen der Freiheitsrechte sehen und Masken- und Impfzwang ablehnen. Stattdessen vertrauen sie auf die heilenden Kräfte der Natur und alternative Medizin. Meditation nutzen sie als Form des Protests, die sie als Alternative zur Eskalation verstehen.
Was bedeutet ihnen die Sorge ums Selbst, Freiheit und soziale Verantwortung? Was eint sie, was treibt sie an, wie organisieren sie sich? Mit wem verbünden sie sich? Welches politische System wünschen sie sich, wie stehen sie zur Demokratie? Und welche Rolle spielen QAnon und die Reichsbürger:innen, die vor der russischen Botschaft einen „Friedensvertrag“ fordern?

potential sightings
Volker Renner

Buchvorstellung

Volker Renner, Sammler und Wiederverwerter gefundener Fotos, hat eine neue Quelle erschlossen: Die Website Faces of the Riot ging nur wenige Wochen nach dem Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 online. Dort findet man eine große Anzahl Gesichter derjenigen, die an dem Angriff auf die Demokratie vermutlich beteiligt waren. Das Brisante daran ist, dass das Material von den mutmaßlichen Täter:innen selbst stammt. Denn sie haben ihre privaten Aufnahmen auf Seiten wie der Social-Media-Plattform Parler hochgeladen, um sich mit ihrer Aktion vor Gleichgesinnten zu brüsten. Faces of the Riot dient nun aber gerade nicht der Held:innenverehrung, sondern wird zum mittelalterlichen Pranger. Die Seite steht in der Tradition der „Most-Wanted“-Fahndungsplakate in Wildwest-Manier und dient der Suche nach Informationen für das FBI. Die Jäger:innen werden zu Gejagten. Doch wirft dieses Vorgehen auch Fragen nach der Legalität und der Überwachung durch Algorithmen auf. 
In potential sightings verdichtet Volker Renner die über 5000 Gesichter der Faces of the Riot-Website zu einem Bild des Schreckens und des Horrors. 

Text : Stephanie Bunk

Im Anschluss an die Filmvorführung laden wir Sie herzlich zu einem Gespräch mit den beiden Künstlern ein. Das Gespräch wird von Nora Sdun (Verlegerin, Textem Verlag) and Tobias Peper (KVHBF) moderiert.

Zauri Matikashvili (lebt in Münster) fragt in seinen Filmen und Performances danach, was Identitäten bedeuten, wie Narrative und Bilder Gemeinschaft stiften und wie Gesellschaften im Detail funktionieren – oder auch nicht. Sein künstlerischer Ansatz ist vielfältig in Film, Performance, Installation und Videokunst verwurzelt und zeichnet sich durch einen erweiterten dokumentarischen Charakter aus. Geboren und aufgewachsen im georgischen Kvareli, lebt Zauri Matikashvili seit dem 12. September 2003, 9.53 Uhr, in Deutschland. 2014 bis 2019 studierte er an der Kunstakademie Münster bei Prof. Aernout Mik und an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Marcel Odenbach. 2020 war er Meisterschüler von Prof. Aernout Mik. Seine Arbeiten wurden bisher unter anderem vom Hartware MedienKunstVerein (HMKV), vom PACT Zollverein in Essen, in der Kunsthalle Münster, im Kunstverein Gelsenkirchen, im Essener Museum Folkwang und in der Kunsthalle Düsseldorf gezeigt. Bei den Skulptur Projekten Münster gestaltete er 2017 die Erlebnisrundfahrt Grandtour mit. 2022 ist er Stipendiat der Cité Internationale des Arts in Paris.

Volker Renner (lebt und arbeitet in Hamburg) begann 2002 nach seinem Studium der angewandten Kulturwissenschaften in Lüneburg, ein Studium der visuellen Kommunikation an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Nach seinem Abschluss mit Auszeichnung 2007 studierte er zwei Jahre als Meisterschüler bei Peter Piller an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seitdem war er in verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. Dazu zählen unter anderem die Sammlung Falckenberg, Deichtorhallen Hamburg (2020), das Kunstmuseum Bochum (2020), Le Bal (Paris, 2019), das Kunsthaus Hamburg (2017), die Arthur Boskamp Stiftung (2014) und das f/stop Festival für Fotografie (Leipzig, 2014). In Kooperation mit dem Textem Verlag veröffentlichte Volker Renner seit 2007 über zwanzig Künstlerbücher.

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