Veranstaltungen
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Feminist Duration Reading Group
Nothing Worth Doing is Done Alone: On Friendship and Feminist Organising

14. Januar, 20:00 Uhr — 14. Januar 2021, 22:00 Uhr

Anlässlich ihres Beitrags zu unserer Reihe "See U Th3re" lädt die Feminist Duration Reading Group zu einer online Hör- sowie Diskussionsveranstaltung ein, die den Start von "Nothing Worth Doing is Done Alone" markiert, einem Podcast über Freundschaft und feministischer Oranisation. Nach einer Einführung durch einige der Organisatorinnen und Mitwirkenden hören wir uns die 30-minütige Aufnahme an, die durch einen Chor von Stimmen und Zitaten einen vielstimmigen Bericht über Freundschaft als politische Praxis entstehen lässt. Anschließend werden die Resonanzen des Podcasts im Lichte der aktuellen Krise von Fürsorge, Zusammengehörigkeit und Isolation und in Bezug auf Vermächtnisse feministischen Denkens und kollektiven Handelns diskutiert.

Die Veranstaltung findet online am Donnerstag, den 14. Januar 2021, um 19 Uhr GMT / 20 Uhr CET statt und dauert ca. 2 Stunden.

Weitere Informationen zur Feminist Duration Reading Group
Freundschaft fungiert als zentrales Prinzip innerhalb der Feminist Duration Reading Group. Durch das Anfreunden mit früheren Perioden feministischer Aktivität und Feminismen außerhalb des dominanten Kanons, fördert die Gruppe eine Stimmung des intimem Austauschs, in dem Referenzen und Zitate zu gemeinsamen Ressourcen verschmelzen.
https://www.feministduration.com/

Feministische Freundschaft
Frauen neigen dazu, sich besonders um ihre Beziehungen zueinander zu kümmern. Doch bis zur zweiten Welle der feministischen Bewegung in den 1970er Jahren gab es nur wenige Berichte über die Bedeutung der Freundschaft für Frauen. Aufbauend auf dieser Neubewertung der liebevollen Bindungen von Frauen erforscht der Podcast die Freundschaft als vitale Kraft in der feministischen Organisation, dem Aufbau von Gemeinschaften und Praktiken der gegenseitigen Fürsorge.

Der Podcast erforscht das feministische Verständnis von Freundschaft als einen pluralen Interaktionsraum, durch den Frauen eine Vermittlung zwischen sich selbst und dem öffentlichen Raum gefunden haben. Er reflektiert darüber, wie Bande der Freundschaft Akte der Allianz, des Widerstands und der Gegenseitigkeit nähren, in denen die Teilnehmerinnen sowohl zuhören und sich gehört fühlen als auch sehen und gesehen werden.

Aufgenommen am Ende des letzten Jahres, welches stark durch Covid-19 geprägt wurde, in dem sich viele Menschen isoliert und ängstlich gefühlt haben, besinnt sich "Nothing worth doing is done alone" auf die Bedeutung des Teilens und Einnehmens des Raum, des gemeinsamen Denkens und Lesens. Es feiert außerdem die schiere Freude am Zusammensein.

Mitwirkende
Zu den Mitwirkenden gehören sowohl regelmäßige FDRG-Teilnehmer*innen und -Mitarbeiter*innen als auch Personen, die die letzten Treffen in institutionellen und häuslichen Umgebungen ausgerichtet haben. Außerdem sind Auszüge aus Aufnahmen von FDRG-Sitzungen in der South London Gallery und im Hypatia Trust in Penzance zu hören.
Joan Anim-Addo, Olivia Berkowicz, Angelica Bollettinari, Rosie Cooper, Kezia Davies, Flora Dunster, Haley Ha, Taey Iohe, Alexandra Kokoli, Lucy Lopez, Laura Malacart, Kim McAleese, Gabby Moser, Sara Paiola, Helena Reckitt, Sasha Roseneil, Ehryn Torrell

Podcast Konzept
Sabrina Fuller und Helena Reckitt

Bearbeitung und Komposition
Sabrina Fuller

Dank an
Die FDRG bedankt sich bei Delpha Hudson für die Aufzeichnung der "Feminist Readings", die sie im Januar 2019 im Hypatia Trust organisiert hat.

Titel
Der Name des Podcasts stammt aus "Everything Worthwhile is Done With Other People", einem 2019 erschienenen Interview mit Mariame Kaba von Eve L Ewing, auf das im Beitrag von Lucy Lopez verwiesen wird.

Bild
Screenshot aus Il feminismo a Milano: Femminismo e 150 ore, MeMoMI, herausgegeben von Lea Melandri, 2014

See U Th3re 
"Nothing Worth Doing is Done Alone" ist eine Auftragsarbeit von Annette Hans, Marie Kuhn und Anne Meerpohl im Rahmen von See U Th3re - Dialoge zwischen Fenstern, einer Kooperation in den Jahren 2020-2021 zwischen dem Kunstverein Harburger Bahnhof und der HFBK Hamburg zu den Themen Sichtbarkeit, Freundschaft, Feminismus, Organisation und Pflege.
Mehr lesen

Podcast Referenzen
Joan Anim-Addo, “Activist-mothers maybe, sisters surely? Black British feminism, absence and transformation,” Feminist Review, no.108 black british feminisms (2014): 44-60.
Khairani Barokka, Indigenous Species (London: Tilted Axis Press, 2016).
Svetlana Boym, “Scenography of Friendship: Hannah Arendt, Mary McCarthy, and anchovy paste,” Cabinet, Winter, Issue 36 Friendship (Winter 2009–2010) https://www.cabinetmagazine.org/issues/36/boym.php
Taey Iohe, Care for Collective Curatorial Practice, https://taey.com/ccc
Adriana Cavarero, “On the Outskirts of Milan,” in Relating Narratives: Storytelling and Selfhood (Abingdon and New York: Routledge, 1997), 55-66.
Lia Cigarini and Luisa Muraro, “Politica and Pratica politica,” Critica Marxista, no 3-4 (May-August 1992), 3-4.
Céline Condorelli, The Company She Keeps (London: Book Works, 2014), https://celinecondorelli.eu/text/the-company-she-keeps/
Céline Condorelli, “Notes on Friendship”, Mousse 32 (February 2012), 222 -227.
Eve L Ewing, “Mariame Kaba: Everything Worthwhile is Done With Other People,” Adi Magazine, Domestic Dissonance, (Autumn 2019), https://adimagazine.com/articles/mariame-kaba-everything-worthwhile-is-done-with-other-people/
Johanna Hedva, “Sick Woman Theory,” Mask Magazine, the not again issue, (January 2016), http://www.maskmagazine.com/not-again/struggle/sick-woman-Theory
Johanna Hedva, “Get Well Soon!” (2020), https://getwellsoon.labr.io/
Jane Jin Kaisen & Guston Sondin-Kung, The Woman, The Orphan, and The Tiger, HD Video 16:9, single channel. 72 minutes. Colour / B&W, 2010
Milan Women’s Bookstore Collective, “More Women Than Men,” in Italian Feminist Thought: A Reader, eds. Paola Bono and Sandra Kemp (Oxford: Basil Blackwell, 1991), 110-11.
Milan Women’s Bookstore Collective, Sexual Difference: A Theory of Socio-Symbolic Practice, trans. Teresa de Lauretis (Bloomington: The University of Indiana Press, 1990), 30-31.
Naomi, Petra, Jane, Julie, Rachel, Kate, Jane, Lucy, and Nicole, “Finding Each Other at School;” in Spare Rib Reader, ed. Marsha Rowe (Harmondsworth: Penguin, 1982), 595.
Sasha Roseneil, “Foregrounding Friendship: Feminist Pasts, Feminist Futures,” in Kathy Davis, Mary Evans, Judith Lorber (eds) Handbook of Gender and Women’s Studies