Ausstellungen
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PHILIP GAISSER / NIKLAS HAUSSER und TILL MEGERLE
Gefangenes Zimmer I

21. Mai — 20. Juni 2010


»(...) und Gestisches?«

»Eine ästhetische Kategorie. Herrlich auch: das Dokumentarische als Stil begreifen.«

»It´s a game ...«

»Yes. Fo. Sho. Symmetrie, Willkürlichkeit, Langeweile.«


Philip Gaißers Arbeitsweise als Fotograf kann man – im Gegensatz etwa zu spontanen Momentaufnahmen – als ein präzises Herstellen von Bildern beschreiben, die eine sehr eigene ästhetische Sprache verbindet. Die technischen Prozesse der Bildfindung lassen sich dabei kaum auf einen Nenner bringen: Ruhig beobachtete Interieurs, Situationen und Landschaften behaupten sich gegenüber Inszenierungen mit hinzugefügten Elementen. Außenaufnahmen können den Charakter von Studiobildern annehmen, Objekte im Studio den von Skulpturen oder in den Moment des Fotografierens hineingeworfene Gegenstände die Anmutung eines grafischen Zeichens. Seine Arbeiten sind geprägt durch die Gleichzeitigkeit eines konzeptuellen Zugriffs und einer dennoch verschiedenen Sichtweisen geöffneten Komposition. Gemeinsam mit Niklas Hausser zeigt er zudem die Installation »Sort Key and Information Field«, die auf einer Neudefinition von maschinellen Auslesekriterien beruht.

Till Megerle verwendet für seine Zeichnungen ausschließlich Kugelschreiber, Bleistift und Korrekturflüssigkeit. In den aktuellen Arbeiten bedient sich sein zeichnerisches Vokabular einer konzeptuell gefilterten expressiven Geste. Beide Künstler arbeiten an inhaltlich verknüpften Serien, deren Präsentation mit einem hohen Bewusstsein für ihre Gesamtkonstellation aus eingenommenem Raum, Leerstellen, Material und Bedeutungselementen einhergeht.

Die Bezeichnung »gefangenes Zimmer« steht auf dem Hamburger Wohnungsmarkt für einen Raum, der nur durch andere Räume betreten werden kann. Das entspricht der Erfahrbarkeit der Ausstellungsarchitektur, die für alle Projekte der Reihe gesetzt ist: Ein »White Cube«, implantiert in den prunkvollen und Patina gesättigten ehemaligen Wartesaal 1. Klasse, der den Kunstverein seit 2000 beherbergt. Jeweils zwei Künstlerinnen und Künstler sind eingeladen, die neue räumliche Situation für ihre Arbeit zu nutzen und unter Spannung zu setzen.

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