Ausstellungen
harburg_neweelam2.jpeg

CHRISTOPHER KULENDRAN THOMAS
60 million Americans can’t be wrong

4. November 2016 — 12. Februar 2017

„New Eelam’s flexible housing plan will give global citizens continual access to a collection of beautifully designed homes around the world. So you can move around between cities as you wish. And we're making it as simple as a flat-rate monthly subscription. So you can be wherever you want to be.“
www.new-eelam.com

Wohnen neu zu denken, nomadisch, als mehr oder weniger langes Verweilen, losgelöst von den räumlichen Beschränkungen, die Immobilienbesitz mit sich bringt – das schlägt das Promotion-Video von New Eelam vor. Christopher Kulendran Thomas gründete New Eelam als Hybrid aus langfristig angelegtem Kunstwerk und Technologie-Startup. Angeboten wird ein Abonnement für Wohnraum in Metropolen weltweit. Genossenschaftlich organisiert wird jeder Abonnent zum Anteilseigner und wohnt flexibel, mobil, nach Bedarf.

In modularen Interieurs, die neben Slogans, Trailern und eigenen Arbeiten auch Werke zeitgenössischer Künstler aus Sri Lanka integrieren, präsentiert Christopher Kulendran Thomas ein alternatives Wohnmodell ausgehend von der komplexen und von territorialen Konflikten geprägten Geschichte der Volksgruppe der Tamilen in Sri Lanka. Die an Aufenthaltsorte und Verweildauer geknüpften Konzepte von Bürgerschaft und Nationalstaat werden auf ihre Aktualität und Relevanz für heterogene, dezentrale und durch globalwirtschaftliche Prozesse geprägte Lebensrealitäten befragt. Das Produkt – der stets verfügbare und abrufbare Wohnraum – wiederum adressiert die gegenwärtigen und zukünftigen Bedingungen von immaterieller Arbeit und deren ambivalenten Status zwischen Exlusivität, Flexibilität, Affirmation und Ausbeutung.

Christopher Kulendran Thomas bedient sich in seiner künstlerischen Praxis der Strukturen des Kunstbetriebs, seiner Produktions-, Kommunikations- und Verbreitungsprozesse, die längst adaptiert und optimiert auch die Methoden eines globalen neoliberalen Kapitalismus geworden sind. Als Mutation des gegenwärtigen ökonomischen Systems, das immer beschleunigter seine eigenen Existenzgrundlagen abschafft, entwirft er mit New Eelam eine kollektive, post-kapitalistische Zukunftsvision.

Der Kunstverein Harburger Bahnhof zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung des Künstlers in Deutschland als Auftakt des Ausstellungsprogramms von Lisa Britzger und Jennifer Smailes, die im März 2016 die künstlerische Leitung des Kunstvereins Harburger Bahnhof übernommen haben. Ausgehend vom Kunstverein, der als Teil des Kunstsystems in verschiedene gesellschaftliche Strukturen eingebunden ist, nimmt ihr Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm die Effekte künstlerischer Praktiken für Design, Politik, Wissenschaft oder Wirtschaft in den Blick. Drängende Themen unserer Gegenwart wie Migration, Stadtplanung und die Frage nach zukünftigem Zusammenleben sowie alltägliche wie unsichtbare Globalisierungseffekte und ihre Folgen werden in Projekten untersucht, die kollaborative, unternehmerische, gestalterische und kommunikative Praktiken künstlerisch integrieren und als Fragen zurück in den gesellschaftlichen Raum reflektieren.

Christopher Kulendran Thomas (geb. 1979) lebt uns arbeitet in London. Seine Arbeiten wurden unter anderem gezeigt auf der 11. Gwangju Biennale, KR (2016), der 9. Berlin Biennale (2016), im Museum für Moderne Kunst Warschau, PL (2016), im Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris, FR (2015) und der Tate Liverpool, GB (2013); für 2017 sind Ausstellungen im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart (Berlin) und in der Tensta Konsthall (Stockholm) geplant.

1_NE_KVHBF_layout_combo1.jpg
2_NE_KVHBF_layout_single.jpg
3_NE_KVHBF_layout_combo2.jpg
4_NE_KVHBF_layout_single2.jpg
5_NE_KVHBF_layout_single3.jpg
6_NE_KVHBF_layout_combo3.jpg
7_NE_KVHBF_layout_single4.jpg
8_NE_KVHBF_layout_single5.jpg
9_NE_KVHBF_layout_combo4.jpg
10_NE_KVHBF_layout_combo5.jpg
11_NE_KVHBF_layout_single6.jpg