Ausstellungen
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KASIA FUDAKOWSKI
Stoikerinnen

14. Juni — 19. September 2014

Nach „Enthusiastinnen" (2012) und „Pessimistinnen" (2013) führt Kasia Fudakowski in der Ausstellung „Stoikerinnen" die Auseinandersetzung mit Geisteshaltungen zwischen Philosophie und Alltag fort. Unerschütterlichkeit, Selbstgenügsamkeit und Unabhängigkeit propagiert die stoische Ethik seit der Antike als Weg zu einem glücklichen Leben. Selbstkontrolle und Selbstoptimierung sind dabei ihre wesentlichen Instrumente. Aber die auf Vernunft und Pflichterfüllung ausgerichteten Grundsätze implizieren eine Härte, die extreme Ausmaße hervorbringen kann. Die Säule als Verkörperung einer idealen stoischen Einstellung wird für Fudakowski zum Ausgangspunkt ihrer tragisch-komischen Skulpturen, die sie raumgreifend im Kunstverein formiert.

Fudakowskis künstlerische Praxis basiert auf Strategien der Komik. Sie provoziert eine bestimmte – nicht selten klischeehafte – Perspektive, um diese im nächsten Moment wieder zu unterlaufen. Der scheinbare erste Gesamteindruck wird von attributhaft zugeordneten Details beiläufig ad absurdum geführt. Ihre Skulpturen, die sich zwischen Figuration und Abstraktion bewegen, haben den Charme des Selbst- und Nachgemachten, des Improvisierten und spielen mit unserer anthropozentrischen Sicht, die uns grundlegend dazu verleitet, Körper zu sehen und Geschichten zu erfinden. Der Einsatz von Performance, Film oder Sound ist ein wesentlicher Teil bei der Inszenierung ihrer Skulpturen zu ganzen Ensembles.

Zur Ausstellung ist bei dem Kölner Label „Apparent Extent" eine Langspielplatte erschienen. Sie ist sowohl Skulptur und akustisches Element in der Ausstellung, als auch Audio-Publikation und anstelle eines Kataloges käuflich erhältlich. Basierend auf einem unveröffentlichten Track von Volker Zander und Tobias Levin, hat Fudakowski Sound- und Text produziert. Weitere Beiträge sind auf Einladung der Künstlerin von Alexander Brenchley, Dorothy Feaver, Sam de Groot, Paul Haworth, William Kherbek, Helen Marten und Ayumi Rahn entstanden.

Fotos: Michael Pfisterer

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