Ausstellungen
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Some Shapes of Things to Come
Eröffnung am 26. Mai, 17 Uhr

26. Mai — 29. Juli 2018


Vor dem Hintergrund einer durch Krisen definierten Wahrnehmung von Gegenwart fragt „Some Shapes of Things to Come“ nach Perspektiven, wie wir unsere konkrete Lebenswelt gestalten, wie wir wohnen, uns translokal bewegen, uns sozial organisieren. Alltägliche Kontexte werden auf ihre komplexen Verstrickungen hin adressiert, aber auch als Möglichkeitsraum erschlossen für Visionen zur Überwindung eines scheinbar alternativlosen Status quo.

Zugrunde gelegt wird die These, dass die Auffassung einer von ökologischen, wirtschaftlichen, politischen und sozialen Krisen determinierten Gegenwart nicht ausschließlich faktisch begründet ist. Externe Bedrohungsszenarien und eine dem Zugriff des Einzelnen längst entzogene Eigendynamik der Digitalisierung und Automatisierung werden zusätzlich instrumentalisiert um Stagnation in Form von Bestandssicherungen westlicher Privilegien als einzig legitimes Streben zu forcieren. Ein Bewusstsein für die Möglichkeiten, Welt zu gestalten und auf eine Zukunft hin zu imaginieren, wird so einschränkt und unterdrückt bis in den Bereich unserer alltäglichen Handlungs- und Rezeptionsweisen hinein. „Some Shapes of Things to Come“ stellt sich der Frage nach Zukunftsmodellen daher nicht aus der verallgemeinernden Perspektive globaler, medial vermittelter oder quantifizierter Prognosen. Vielmehr teilen die künstlerischen Positionen in der Ausstellung ein Interesse an den konkreten gestalteten, materiellen und sozialen Umgebungen, die unsere Lebenswelt und unsere Identität definieren und in denen sich spezifische und symptomatische Momente westlicher Gegenwartserfahrung ereignen. Der Begriff der Gestaltung wird aufgerufen, weil er in seiner Offenheit und Übertragbarkeit auf die Gemachtheit und im Rückschluss die Machbarkeit von Räumen, Strukturen, Informationen und sozialen Beziehungen verweist. Die Arbeiten und Projekte der Ausstellung beziehen Entwicklungen aus den Bereichen sozialer und politischer Organisation, digitaler Technologien, globaler Mobilität und Architektur auf die Praxis Einzelner und spezifischer Gemeinschaften. Sie sensibilisieren für die vielschichtige Instrumentalisierung und Funktionalisierung, aber auch für die ermächtigenden Potenziale individueller und privater Bedürfnisse wie Wohnen, Reisen, Liebe, Anerkennung und Selbstverwirklichung.

Den infrastrukturellen Rahmen des Projektes definieren die Bibliothek für Gesellschaftsdesign mit Lesetischen und 60 Publikationen zur gesellschaftlichen Verantwortung von Design sowie „Existenzoptimum“, vier mobile Wohneinheiten von Fokus Grupa. In die Installation integriert werden Videoarbeiten von Alexa Karolinski und Ingo Niermann, Alex Martinis Roe, Julien Prévieux und Clara Winter und Miguel Ferráez gezeigt. Die Arbeiten in der Ausstellung bilden Ausgangspunkt und Hintergrund für Workshops, diskursive und performative Formate, die als ergebnisoffener Teil im Rahmen der Reihe „Track Academy“ zur Eröffnung am 26. Mai und vom 12. – 14. Juli angeboten werden.

Kuratiert von Lisa Britzger