Ausstellungen
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BIANCA BALDI
Eyes in the Back of Your Head

24. März — 4. Juni 2017
Numbers and letters in an alphanumeric sequence hold the keys to our askings.
It is in their repetition that the numbers acquire potency.
I come to you because I desire to see
Eyes in the back of your head.


„Eyes in the Back of Your Head“ bedeutet, alles zu wissen, was um einen herum geschieht und so die körperlich bedingte Einschränkung der eigenen Perspektive zu transzendieren. Der Ausstellungstitel verweist auf sprachliche Parallelen zwischen Magie und Kommunikationstechnologien. Die Möglichkeiten technischer Überwachung werden aufgerufen, aber auch das „zweite Gesicht“, ein sechster Sinn, der das Sehen vom Sinnesorgan löst und zu einem vorsprachlichen, körperlichen Empfinden erweitert, das in der Vision oder Vorahnung physische Grenzen von Zeit und Raum überwindet.

Für ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland entwirft die südafrikanische Künstlerin Bianca Baldi im Kunstverein Harburger Bahnhof eine textile Rauminstallation, ein schwebendes Labyrinth, in dessen begehbaren Räumen Skulpturen und eine neue Videoarbeit präsentiert werden. Das verwendete Quellenmaterial aus dem Nachlass des slowenischen Ingenieurs Anton Codelli umfasst zum einen dokumentarische Fotografien vom Bau der Funkstation Kamina (1911-14), die aus der deutschen Kolonie Togo bis nach Nauen in Brandenburg sendete, sowie eine Talismanschriftrolle aus der Togo-Sammlung von Leo Poljanec im Slowenischen Ethnografischen Museum in Ljubljana, Slowenien. Deren synkretische, zwischen islamischen Einflüssen und magischen Traditionen einzuordnende Grafiken, bilden mythologische Architekturen, die Geister bannen und übernatürliche Kräfte übertragen sollen. In beiden Bezugssystemen kommt dem Medium als physischer Manifestation unsichtbarer Kräfte eine wesentliche Funktion zu.

Ausgehend von symptomatischen Ereignissen aus dem Repertoire europäischer Imperialgeschichte inszeniert Bianca Baldi mit präzisem Blick für Details das Zusammentreffen von scheinbar nebensächlichen, anekdotischen Momenten mit den großen historischen Narrativen, die bis heute den westlichen Umgang mit außereuropäischer Kultur prägen. „Eyes in the Back of your Head“ adressiert die körperliche Erfahrung der Besucher_innen beim Durchschreiten des Talismans und macht die Bedeutung des Irrationalen und Virtuellen gegenüber dem Paradigma der Ernüchterung und Rationalität erfahrbar.

Bianca Baldi (*1985 in Johannesburg, ZA) studierte bildende Kunst in Kapstadt, Venedig und Frankfurt a.M.. Neben Teilnahmen an internationalen Großausstellungen wie der 8. Berlin Biennale, KW Institute for Contemporary Art, Berlin (2014), dem 19. Contemporary Art Festival SESC Videobrasil, Sao Paolo, BR (2015) und der 11. Shanghai Biennale, Shanghai, CN, (2016), war sie in Ausstellungen u.a. an der Extra City Kunsthal, Antwerpen, BE (2016), am Braunschweiger und am Frankfurter Kunstverein (2015) und am MMK, Frankfurt a.M. (2013) beteiligt. Einzelausstellungen zeigten u.a. das Goethe Institut Johannesburg (“Zero Latitude”, 2014) und Swimming Pool projects, Sofia (“Pure Breaths”, 2016) .

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