Ausstellungen
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Monitor: JANA PAPENBROOCK

1. Januar — 31. Januar 2011

JANA PAPENBROOCK
Un Ilot

2010

An Ästhetiken der Überwachung und des Touristenblicks angelehnt, folgt die Kamera einzelnen Passanten an einer Pariser Verkehrsinsel, bis sie bemerken, dass die Kamera auf sie persönlich gerichtet ist und sie den fremden, illegitim intimen Blick erwidern oder ablehnen.
Der Schockmoment des Erfasstwerdens, der teils mit Humor, teils Angst oder Ernst aufgenommen wird, veranschaulicht die Macht des Kameraauges, die das Verhalten und Geschehen lenkt. Als Standbilder festgehalten, erhellen die flüchtigen Momente der Blickerwiderung das Gesicht der Anonymen.

DV, 4:3, Farbe
Video: Jana Papenbroock



Seit Januar 2011 ist ein weiteres Video
von Jana Papenbroock auf dem neuen CHANNEL des Kunstverein Harburger Bahnhof auf Arte-Creative online zu sehen:

JANA PAPENBROOCK
My Mystical Self


»My Mystical Self« ist eine Found Footage Videocollage aus digitalen Selbstportraits.
Die allgegenwärtig gewordene Selbstüberwachung, soziale Performanz und das inszenierte Selbstgespräch veranschaulichen das internalisierte öffentliche Auge, das durch das Kameraauge vertreten wird. In beichtender Manier wird der eigene Körper mit dem Blick des Anderen beobachtet, vermessen und kommentiert. Der Blick auf sich selbst wird durch Kamera und Spiegel umgeleitet, so dass sich schließlich eine fremd gewordene Person in die Augen blickt, ein schizoides Selbstgespräch führend. Besonders emblematisch tritt dieser narzisstische Autismus im sich selbst küssenden Spiegelbild hervor. Erotische Anziehung bezieht sich immer weniger auf den Anderen und immer mehr auf das reproduzierte Klischee, auf das perfekte Selbstbildnis.

DV, Farbe, 4:3, 7:27min, 2011
Sound: Scott Cazan
Video: Jana Papenbroock


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