Ausstellungen
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Monitor: CORDULA DITZ

1. April — 30. April 2011
CORDULA DITZ
Final Destination (You Can't Give Up)


Das Ursprungsmaterial für »Final Destination« (You Can't Give Up) entstammt dem kanadisch-amerikanischen Horrorfilm »Final Destination« von James Wong aus dem Jahr 2000. Im Wikipedia-Eintrag zu Wongs Film, der zumindest hinsichtlich des Absturzes einer Boeing 747 vor Long Island 1996 auf einer wahren Begebenheit beruht, findet man nicht ohne Grund eine detaillierte Auflistung aller im Film inszenierten Todesarten, vom Überfahren werden auf der Straße über Ausrutschen und Strangulation im Bad bis hin zu Explosionen in der Küche samt daraufhin verselbstständigten Messerblöcken. Durch Schnitte und ein Entfernen aller innerhalb der unglaublichen Folge von Kettenreaktionen nur in Opferrollen präsenten, menschlichen Körpern aus dem Originalfilm, betont Cordula Ditz in ihrer Version die ästhetische Verwandtschaft des Horrorfilmklassikers mit einem der beliebtesten zeitgenössischen Filme aus dem Bereich der Bildenden Kunst: »Der Lauf der Dinge« von Peter Fischli und David Weiss, 1987.

»Final Destination (You Can't Give Up)«, 09:04 min, 2011
Originalfilm: Final Destination (2000), Regie: James Wong



Seit April 2011 ist ein weiteres Video
von Cordula Ditz auf dem CHANNEL des Kunstverein Harburger Bahnhof auf Arte-Creative online zu sehen:

CORDULA DITZ
Down to Hell 

Formal gesehen ist »Down to Hell« ein eher ungewöhnlicher Film im Werk von Cordula Ditz, das neben inszenierten oder auf vorhandenem Filmmaterial basierenden Videoarbeiten und Installationen auch den Bereich Malerei umfasst. Inhaltlich speist er sich aus dem gleichen Universum: Konsequent und schonungslos konfrontiert uns die Hamburger Künstlerin in ihren Arbeiten mit Verzweiflung, Todesangst, Horror und unheimlicher Partydekoration.

Im Jahr 2008 erhielt Ditz die Möglichkeit kurz vor dem endgültigen Abriss in einem während seiner 14-jährigen Leerstandsphase als »Horrorhaus« bekannt gewordenen Bürogebäude am Hamburger Steindamm zu filmen. Aus ihren Erkundungen des achtstöckigen Hauses an nur einem Drehtag entstand der in zahlreichen Einzelsequenzen geschnittene Videofilm, benannt nach einem Graffiti vor Ort. Protagonist ihrer »Diaschau des Horrors« ist, neben dem kaputten Gebäudeinneren und den morbiden Spuren seiner letzten Bewohner – hier ein Zitat aus Nightmare on Elmstreet, dort ein in Herzform gehauenes Loch in der Wand – der Wind. Genretypisch haucht er den Dingen ein beängstigendes Eigenleben ein, in diesem Fall jedoch ohne dass man ihn hört.

Auch das entspricht einem dem klassischen Horrorfilm-Repertoire entlehnten Kunstgriff: Dem lautlosen Moment von höchster Spannung, in dem buchstäblich die Luft angehalten wird. Die Anwendung dieser und weiterer Erzählkonventionen auf das ursprünglich eher dem dokumentarischen Feld zuzuordnende Material erzeugen den Spannungsbogen des Films, während Schnitt und Kameraperspektive eine starke Identifikation mit der Mischung aus Angst und Neugier bewirken, die der Begehung des Ortes zu Grunde gelegen haben muss. Unvermittelt auftauchende, menschliche wirkende Schatten machen den Horror perfekt.

»Down to Hell« Video, Länge: 10 min., 2008

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