Ausstellungen
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Monitor: ANNA HERMS / JO PREUSSLER

1. Mai — 31. Mai 2011
ANNA HELMS
Capturing Vanishing

»Die Orte waren meine Freunde geworden, aber sie verschwanden; einer nach dem andern, so wie ich auch einige Freunde aus den Augen verlor. Ich wollte festhalten, was sich verflüchtigt, ich wollte das Sich Verflüchtigen festhalten, ich wollte das Festhalten sich verflüchtigen lassen.«
– Anna Herms

Anna Herms folgt in ihrem auf 8mm-Film gedrehten Portrait über das Berliner Viertel Prenzlauer Berg dem Dogma des »radikalen Kameraschnitts«, das heißt der Film entsteht während der Produktion und wird, abgesehen von minimalen Eingriffen wie der Verdoppelung von bestehendem Material, praktisch
nicht nachbearbeitet. Mit der Kamera verwebt sie verschiedene ästhetische und erzählerische Fäden,
akzentuiert durch die Wahl von Bildausschnitten und Einstellungslängen, zu einem entspannt-konzentierten Spaziergangserlebnis durch die Themen Architektur, Freundschaft und soziales Leben in der Stadt.

»Capturing Vanishing« Video, 2009


ANNA HERMS und JO PREUSSLER
Im Zentrum der Zerstreuung  

»Schauen Sie sich doch die Menschen an: Sie möchten den Ort A mit dem Ort B verbinden, und was tun sie? Sie bauen eine Brücke!« Konrad Sander

Die junge Filmemacherin Vera Wassermann begegnet dem Architekten Konrad Sander, der seit den 1970er Jahren eine Methode des »unsichtbaren Bauens« entwickelt, die sämtliche Verfahrensweisen dessen, was wir unter Architektur verstehen, verlässt.

Wassermanns Ehrgeiz, Sanders Ideen mit ihrer Technik zu einem Dritten zu verbinden, trifft auf Sanders Misstrauen gegenüber der Kamera. Ihr Versuch, seinem theoretischen Weg mit filmischen Mitteln zu folgen und eine Analogie zum Verlassen des Sichtbaren zu entwickeln, scheitert an den Grenzen des
Mediums. Die auf eine dokumentarische Rezeptionsweise zielende Sprache des Videofilms verliert sich in unzulänglichen Chiffren. Stattdessen entwickelt sich anhand der geschickt konstruierten Begegnungsgeschichte ein spannender Fragenkatalog über die Bedingungen des Sehens, Zeigens und Erzählens.

»Im Zentrum der Zerstreuung«, 12min30sec DV, 2011

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