Exhibition
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Monitor: BANKLEER

June 1 — June 30, 2011

BANKLEER
Hasen in der kaptialistischen Moderne

Performancedokumentation 2009
Video, 12:30 min.

Die Performance Hasen in der kapitalistischen Moderne bezieht sich auf Joseph Beuys’ Aktion von 1965 wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt (Galerie Schmela / Düsseldorf). Die Künstlergruppe BANKLEER überträgt das historische Setting auf unsere Zeit, indem Sie die ursprüngliche Performance verkehren und in zeitgenössischen Kunstinstitutionen Berlins durchführen. Mit dieser Intervention reflektieren sie, inwiefern unsere Kunstepoche als “kapitalistische Moderne” betrachtet werden kann – im Sinne einer Spätform einer ursprünglich idealistischen, revolutionären, aufklärerischen und experimentellen Moderne. Sie untersuchen, in welcher Beziehung die eigene künstlerische Arbeit zu einem Kapitalismus steht, der einen alles umfassenden Hintergrund bildet und unangreifbar scheint.  

BANKLEER
Minderheit in Mehrheit und Glücksökonomie

Die beiden Musikvideoclips sind im Rahmen einer Kooperation des Künstlerkollektivs bankleer mit Bewohner_innen von P´edlice entstanden - einem fast ausschließlich von Roma bewohnten Viertel der nordtschechischen Stadt Usti nad Labem. Das Lied des ersten Musikvideos "Minderheit in Mehrheit" handelt vom gemeinschaftlichen Aufbruch der Roma-Community aus diesem Stadtviertel, das vom Staat vollkommen seinem eigenen Verfall überlassen bleibt: Die heruntergekommenen Gebäudefassaden sind Ausdruck der Armut und Perspektivlosigkeit. Das Leben dort ist von der Ausgrenzung und einer damit einhergehenden Ghettoisierung der Roma-Bevölkerung geprägt. "Minderheit in Mehrheit" setzt einer sich breitmachenden Kultur von Korruption und Apathie den gemeinschaftlichen Aufbruch aus diesen Lebensverhältnissen entgegen. Das zweite Video »Glücksökonomie« thematisiert den in der Roma-Community vorherrschenden und zugleich widersprüchlichen Umgang mit ökonomischen Systemen. Es reflektiert die damit verbundenen Hoffnungen, Versprechungen, Fallen und Tücken.
Beide Videoclips sind in Zusammenarbeit mit Ondrej Darvas und Maruska Darvasová entstanden.
Minderheit in Mehrheit, 2011, Video (4.30 min), Usti nad Labem/Aussig, 2011
Glücksökonomie, 2011, Video (3.25 min), Usti nad Labem/Aussig, 2011

bankleer - Karin Kasböck und Christoph Maria Leitner - leben und arbeiten in Berlin. In Performances, dokufiktionalen Videos und mulitmedialen Installationen verhandeln sie die Formkraft kapitalistischer Prozesse. Sie nähern sich einem Thema in einer Art work in progress. So entstehen Projektgruppen, aus denen auch Publikationen, mediale Netzwerke und interdisziplinäre Veranstaltungsreihen hervorgehen. Im Verlauf eines Projektes verbinden und verschieben sie Kontexte und verschränken öffentlichen Raum mit Kunstinstitution. Sie experimentieren mit Vermittlungs- und Rezeptionsformen, die sich direkt auf den künstlerischen Verlauf auswirken. Diese Technik bezeichnen sie als kubistischen Situationismus.


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