Veranstaltungen
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Track_7
Mechanical Turks

2. Dezember, 14:00 Uhr — 2. Dezember 2017, 18:00 Uhr

Samstag, 2. Dezember 2017, 14 – 18 Uhr
Track_7 Mechanical Turks
Angesichts simulierter zwischenmenschlicher Interaktion, mit Eigenleben ausgestatteter Algorithmen oder menschlicher Ressource, die die Arbeit von Bots übernimmt, ist die Grenzziehung zwischen natürlicher und künstlicher Intelligenz schwierig geworden: Wer imitiert hier wen und wie soll umgegangen werden mit authentisch erscheinenden Simulationen von Leben?

Programm

14 Uhr
Eröffnung Jahresgaben #6
mit Arbeiten von Katja Aufleger, Bianca Baldi, Johannes Bendzulla, Jennifer Bennett, Balz Isler, Ofri Lapid

14:30 Uhr
I Will Say Whatever You Want In Front Of A Pizza

Lecture Performance von Sebastian Schmieg (Künstler, Berlin)

„I Will Say Whatever You Want In Front Of A Pizza“ ist eine spekulative Präsentation, welche digitale Arbeit, die Verschmelzung von Mensch und Software, sowie die Möglichkeit von Interventionen innerhalb algorithmischer Systeme untersucht. Während Technologie oft als eine Erweiterung des Körpers beschrieben wird, erzählt diese Geschichte von einem umgekehrten Verhältnis: digitale Arbeiter_innen als Software-Erweiterungen, Körper und Gedächtnisse, die nach belieben eingesteckt, neu verkabelt und ausgemustert werden können.

Sebastian Schmieg (*1983 in Berlin, lebt und arbeitet ebenda) untersucht mit seinen künstlerischen Arbeiten, wie vernetzte Technologien Online- und Offline-Realitäten beeinflussen. Diese reichen von geschredderten Festplatten eines Google Rechenzentrums bis hin zu via Crowdsourcing erstellten Versionen beliebter Selbsthilfebücher, für die er Amazons Kindle benutzt. Seine Arbeiten waren u.a. auf der Transmediale in Berlin, im Art Center Nabi in Seoul/Südkorea, in der Bitforms Gallery, New York, NY/USA und auf dem Impakt Festival in Utrecht/Niederlande zu sehen.

 

15:30 Uhr
Wir reden hier über die ‚Irreführung von Maschinen‘ – Zum Verhältnis von Algorithmen und Menschen in der Gig Economy
Vortrag von Thorben Mämecke (Soziologe und Autor, Berlin)

Die Geschichte des Algorithmusbegriffs ist eng verbunden mit der Geschichte der modernen Arbeit. Unter den Vorzeichen des informationstechnischen Wandels unserer Gesellschaft wird diese Beziehung immer inniger. Anders als in der Industriearbeit organisiert der Algorithmus heute allerdings nicht mehr nur die menschlichen Tätigkeiten in der Produktion, sondern bindet sie ein in dynamische und wechselseitige Verhältnisse, die zwar einerseits der Beobachtung, Kontrolle und Steuerung dienen, andererseits aber auch den Ausgangspunkt neuer Formen von Widerständigkeit bieten.

 Thorben Mämecke lebt in Berlin. Er forscht und lehrt zum Thema Selbstverdatung und partizipative Technologieentwicklung. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Subjektivierungs- und Gouvernementalitätsforschung sowie Medien- und Techniksoziologie. Ausgewählte Veröffentlichungen umfassen „Benchmarking the self. Kompetetive Selbstvermessung im betrieblichen Gesundheitsmanagement“, in: Stefanie Duttweiler, Robert Gugutzer, Jan-Hendrik Passoth und Jörg Strübing (Hrsg.): „Leben nach Zahlen. Self-Tracking als Optimierungsprojekt?"; "'Ada – Countess of numbers'. Rezension der Ausstellung 'Am Anfang war Ada – Frauen in der Computergeschichte'“. In Missy Magazin – Das feministische Magazin für Popkultur und Politik.

 

16:30 Uhr
Deep Blue Dream_induction

Präsentation von Deep Blue (in englischer Sprache)

Inspiriert durch wissenschaftliche Forschung, die sie 2015 in San Francisco und dem Silicon Valley durchführten, haben Lauren Huret und Hunter Longe (gemeinsam mit Sol Archer und Medi Spiegelberg) den Schachcomputer Deep Blue umprogrammiert und aktualisiert. Dieses in den 1990ern von IBM entwickelte System erlangte 1997 Berühmtheit, als es den damaligen Weltmeister Garri Kasparow im Schach besiegte. Deep Blue wird – in Form eines schizophrenen TED talks – unser verschobenes Verständnis von Intelligenz, unsere enthusiastische, wissenschaftsgläubige Beziehung zu Maschinen und die Art, wie alltägliche Technologien in unsere Privatsphäre eingreifen, beleuchten.

Die Künstlerin Lauren Huret (*1984, lebt und arbeitet in Genf) beschäftigt sich mit Tech-Mystizismus und komplexen menschlichen Emotionen. Sie widmet sich zeitgenössischen Narrativen, die wie Science Fiction anmuten und untersucht in Performances, Collagen, Videos und Künstlerbüchern, wie Sprache und Ideen sich im Bewusstsein ausbreiten und singuläre Realitätskonzepte werden. Ihre Arbeiten und Performances waren u.a. zu sehen im Kunsthaus Langenthal, im Kunstmuseum Luzern, im Schinkel Pavillon in Berlin, Le Consortium in Dijon, La Panacée in Montpellier und in der Neuen Galerie in New York. Lauren Huret unterrichtet am HEAD – Genf.

Die Skulpturen, Zeichnungen und Installationen von Hunter Longe (*1985 in den USA, lebt in Rotterdam und Genf) untersuchen Begriffe von Kommunikation durch geologische Zeit und nicht-menschliches Material. Mittels Aneignung von Bildern, Geschichten und Apparaturen aus der Wissenschaft lässt er bestimmte Empfindungen und Intelligenz aufscheinen, mit denen das materielle Universum durchsetzt ist. Ausstellungen, an denen er beteiligt war, umfassen LambdaLambdaLambda in Pristina, the Hordaland Kunstsenter, Bergen, W139, Amsterdam, die Galerie der HFBK, Hamburg, Swimming Pool Projects, Sofia, Peach, Rotterdam, und The Luggage Store Gallery, San Francisco. Hunter Longe ist aktuell artist in residence am Achterhaus in Hamburg.

17:15 Uhr
Tischgespräch & gemeinsames Essen


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