Veranstaltungen
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Track_4
Corporate Subjects

1. Juli, 14:00 Uhr — 1. Juli 2017, 20:00 Uhr


Die Reihe „Track Academy“ umfasst ein diskursives Programm mit Formaten aus Wissenschaft, Kunst und Vermittlung. Durch eine zeitliche und räumliche Verdichtung von Veranstaltungen werden kommunikative Situationen angeboten, die Aneignungen von Handlungsräumen sowie die Aktivierung von spezifischem Wissen ermöglichen. Die Themen der „Track Academy“ leiten sich aus den Ausstellungsprojekten des Kunstvereins ab und adressieren Herausforderungen unserer Gegenwart von Digitalisierung und Vernetzung über Urbanität und Stadtentwicklung bis zu Migration und Diversität. 

Samstag, 1. Juli 2017, 14 – 20 Uhr
Track_4 Corporate Subjects

Corporation of people's situations (COPS) arbeiten in wechselnden, interdisziplinären Formationen zum thematischen Cluster Besitz, Eigentum, Gemeinschaft und kollektivem Handlungsraum. Im Rahmen von Track_4 laden COPS ein, globale wie lokale Zusammenhänge zu thematisieren und diese sinnlich und öffentlich erfahrbar zu machen. Dem Konzept der Corporation, das der Akkumulation und Sicherung von Kapital dient, wird der konkrete menschliche Körper entgegengestellt. In diesem Sinne verbindet der aktuelle Track Denken und theoretische Überlegungen mit direktem, körperlichen Handeln.

Programm

14 Uhr
Kaputtbesitzen: Der Missbrauch des Eigentums
Vortrag von Daniel Loick (Goethe-Universität, Frankfurt a. M.

Die Hausbesetzer_innenbewegung prägte den Slogan Lieber Instandbesetzen als Kaputtbesitzen. Der Ausdruck des Kaputtbesitzens impliziert dabei die These, dass Eigentum nicht eine Bedingung, sondern ein Hindernis des Gebrauchs ist. Der Vortrag versucht diese These systematisch zu begründen: Das Rechtskonstrukt des Eigentums entzieht die Gegenstände ihrer Gebrauchbarkeit durch die Menschen und es deformiert die Menschen selbst auf eine Weise, dass sie eines sinnvollen Gebrauchs von Gegenständen nicht mehr fähig sind. Ausgehend von der Praxis der Hausbesetzung wird abschließend für eine politische Eigentumskritik plädiert, die wichtige Impulse aus der gegenwärtigen Debatte um die Commons nimmt.

Daniel Loick lehrt Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt. Soeben erschien von ihm im August-Verlag "Der Missbrauch des Eigentums".

Anschließend sprechen Daniel Loick und Jennifer Bennett (Künstlerin, Berlin) über mögliche Auswege. 2016 erschien Jennifer Bennetts Buch „Save“, in dem sie über die Themenkomplexe Nation und Staat, Selbstorganisation, Entwicklung von großen Unternehmen (Corporations), Zusammenarbeit verschiedener Interessengruppen und indigene Bevölkerungsgruppen schreibt. Für ihr Buch interviewte Bennett Persönlichkeiten, die sich aktiv in das gesellschaftliche Leben einmischen und versuchen, Grundlagen zu schaffen, um in Zeiten von Corporate Interests ein Dasein unabhängig von ausschließlich wirtschaftlichen Maximen zu ermöglichen. 


16:30 Uhr
Performance von Signe Koefoed und Justin Francis Kennedy (Performancekünstler, Berlin)

„Ge-Hirn ist eigentlich auch Körper. Aber warum wird es in intellektuellen Dingen so klar getrennt?“ Diese Frage bildet den Ausgangspunkt des Beitrags von Signe Koefoed und Justin Francis Kennedy. Sie bearbeiten vor Ort Notizen, Erfahrungen und Fragen zu dem ersten, eher theoretischen Teil des Tages und überführen sie in ihrer Performance in einen körperlichen Dialog.

Justin Francis Kennedy hat Tanz, Choreographie und Ethnologie studiert und arbeitet als Tänzer, Künstler und Lehrer. Signe Koefoed beschäftigt sich in ihrer performativen Arbeit mit Realitäts- und Wahrnehmungskonzepten, sozialen Strukturen und Verhaltensweisen sowie verschiedenen Formen ihrer Repräsentation.



17:30 Uhr
VERBENNOMEN
Übung mit Christin Zarzinsky (Performancekünstlerin, Tänzerin und Trainerin, Hamburg)

Verbennomen ist eine Übung zur lautlichen und körperlichen Umsetzung von Begriffen. Aus einem Text werden drei Verben und drei Nomen ausgewählt, mit denen gearbeitet und über die improvisiert wird, wobei die Verben körperlich, die Nomen sprachlich bearbeitet werden. Über Assoziationen, das Ausprobieren von Bewegungen, Stimme, Geräuschen und Wortklängen sowie Wiederholungen wird jenseits von illustrierender Darstellung eine andere und vielfältige Annäherung an die Worte und ihre Bedeutungen versucht.


18:30 Uhr
IMBISS


Die Reihe Track Academy wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.