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Geteilte Welt. Internationale Zirkulation, Mobilitätspraktiken und die Produktion von Stadt

Samstag, 14. Januar 2017, 14:00 Uhr

Die Reihe „Track Academy“ umfasst ein diskursives Programm mit Formaten aus Wissenschaft, Kunst und Vermittlung. Durch eine zeitliche und räumliche Verdichtung von Veranstaltungen werden kommunikative Situationen angeboten, die Aneignungen von Handlungsräumen sowie die Aktivierung von spezifischem Wissen ermöglichen. Die Themen der „Track Academy“ leiten sich aus den Ausstellungsprojekten des Kunstvereins im Programm 2017 ab und adressieren Herausforderungen unserer Gegenwart von Digitalisierung und Vernetzung über Urbanität und Stadtentwicklung bis zu Migration und Diversität.

Track_1 Geteilte Welt. Internationale Zirkulation, Mobilitätspraktiken und die Produktion von Stadt

In der aktuellen Ausstellung im Kunstverein Harburger Bahnhof (bis 12. Februar 2017) entwirft der britische Künstler Christopher Kulendran Thomas mit seinem Technologie-Startup New Eelam ein zukünftiges Wohnkonzept für die kreative Klasse, die ihren Jobs und Projekten hinterher reist und nomadisch den Wohnort wechselt. Gleichzeitig prägen weltweite Fluchtbewegungen, Zuwanderung, Massenunterkünfte und die Rückkehr nationaler Rhetoriken die mediale Vermittlung von Welt. In welchem Verhältnis stehen diese Realitäten, wie bedingen sie sich gegenseitig und wie wirken sie sich auf die Gestaltung von urbanem Zusammenleben aus?


Track_1 Programm

14 – 16 Uhr
Treffpunkt: Kunstverein, Vorraum

Zwischen Zäunen und Reisebüros.
Ein Rundgang zu Flucht und Fluchtursachen in Harburg mit Lucia Rademacher (grenzgänger, forschung & traning)

Der Rundgang thematisiert sowohl Fluchtgründe als auch die Grenzregime, die Flüchtende aufhalten oder am Ankommen hindern. Wie wird eine Fluchtreise organisiert, wie kann ein Abkommen aussehen? Welche Rolle spielen Handys und Social Media als Fluchtursache, welche bei der Reise?

Lucia Rademacher studiert Mehrsprachigkeit und Bildung an der Universität Hamburg. Seit 2014 engagiert sie sich im Team von grenzgänger, forschung & trainig, die Angebote zum Thema Migration und Entwicklung erarbeiten.

Anmeldung zum Stadtrundgang bitte per E-mail bis zum 12. Januar an info@kvhbf.de


16:15 – 17:45 Kunstverein, Kabinett
Wohnpraktiken – offenes Seminar zu temporären Wohnformen im Kontext von Global Citizenship und Migration
angeleitet von Lene Benz (Ms.Sc. Urban Design)

Was bedeutet es für ein städtisches Zusammenleben und die Konstitution von Gesellschaft, wenn Wohnen immer weniger an feste Orte gebunden ist? Welche technischen, juristischen, ökonomischen, sozialen, geopolitischen und psychologoschen Bedigungen regulieren Aufenthalt und Wohnpraktiken? Sind Alternativen denkbar? Diese Fragen werden im Seminar verhanldet entlang des Textes „Ein futuristischer Entwurf für europäische Grenzenlosigkeit“ von Ulrike Guérot und Robert Menasse sowie eines weiteren Textes. Der Text kann hier heruntergeladen werden und liegt am 14. Januar ab 14 Uhr im Kabinett zur Vorbereitung aus. Das Seminar ist für alle Interessierten offen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 

Lene Benz studierte an der HafenCity Universität Urban Design und war am Lehrstuhl für Kultur der Metropole wie auch im Graduiertenkolleg Versammlung und Teilhabe tätig. Sie arbeitet im Bereich urbaner Forschung und Design und ist Mitglied von Corporation of people's situations (COPS). 


18:15 – 20 Uhr, Kunstverein, Kabinett
„Imagine you could live everywhere“
Christopher Kulendran Thomas (Künstler, London) und Annika Kuhlmann (Kuratorin, Berlin) im Gespräch mit Christoph Twickel (Autor und Journalist, Hamburg)

Das Gespräch findet in englischer Sprache statt.

New Eelam ist ein Hybrid aus langfristig angelegtem Kunstwerk und Technologie-Startup, mit dem Christopher Kulendran Thomas ein Abonnement für Wohnraum in Metropolen weltweit entwickelt, das genossenschaftlich organisiert den Abonnenten ermöglicht flexibel, mobil, nach Bedarf zu wohnen. Der Autor und Journalisten Christoph Twickel diskutiert mit Christopher Thomas und Annika Kuhlmann, Kuratorin der Ausstellung und Artistic Director, New Eelam, über Mobilität und Stadtentwicklung, die Aktualität von Bürgerschaft und Nationalstaat, populistische politische Bewegungen und postkapitalistische Zukunftsvisionen.

Der Journalist und Autor Christoph Twickel hat die Hamburger „Recht auf Stadt“-Bewegung als Journalist begleitet und ist Mitinitiator und Sprecher von „Not In Our Name, Marke Hamburg“. 2010 erschien „Gentrifizidingsbums oder eine Stadt für alle“. Er arbeitet als freier Autor unter anderem für Die Zeit, Spiegel online und Freitag.