Ausstellungen
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Hi Ventilation- 20 Jahre Kunstverein Harburger Bahnhof

22. September — 10. November 2019

Eröffnung: 21. September ab 16 Uhr

Feier: 2. November 2019


Hi Ventilation, show me your winding winds and breathe some air into the corners! Let’s pretend we’re trains, let’s roll together, let‘s train surf and challenge structures, let’s find fresh air and free spaces!

 

Im Spiel können Verhältnisse verschoben und umgedreht werden, im zweckfreien Experimentieren soziale Bindungen und neue Ideen entstehen. Johan Huizinga hat seine Vorstellung des "Homo Ludens", des Spielenden Menschen als Ursprung der Kultur, 1938 in düstersten Zeiten formuliert, und damals einen Lichtblick für eine verengte Welt geschaffen. In der Reflektion darüber, was ein Kunstverein sein kann, möchten wir an den Begriff nun mit dieser Ausstellung anknüpfen. Denn um etwas zu verändern, müssen wir in Bewegung bleiben. 

Bewegung, körperliche Erfahrung und das Herausfordern von Normen stehen zentral im Werk des Künstlerkollektivs assume vivid astro focus (avaf). Zur Whitney Biennale 2004 errichteten sie im New Yorker Central Park erstmals eine Rollschuhbahn, die als Hommage an die lokale Rollschuh-Community gerichtet war und zum Ziel hatte, Menschen auf dem Boden, den die Kunst bietet, in Bewegung und Ausdruck zu bringen und so Veränderungen zu bewirken. Zu unserem Jubiläum freuen wir uns nun, dass avaf für den Kunstverein eine ortsbezogene Rollschuhbahn entworfen haben, die raumgreifend auf die ehemals koloniale Architektur und Geschichte des Wartesaals im Harburger Bahnhof Bezug nimmt. Zum Jubiläum können Sie die Ausstellungshalle des Kunstvereins also mit oder ohne Rollschuhe erkunden und durch ein Panorama voller botanischer und animistischer Grenzüberschreitungen und Forderungen gleiten, mit neuen Arbeiten von Melissa E. Logan (geb. 1970 in New York, lebt in Hamburg), David Reiber Otálora (geb. 1992 in Münster, lebt in Berlin), Niclas Riepshoff (geb. 1992 in Bremen, lebt in Berlin), Hoda Tawakol (geb.1968 in London, lebt in Hamburg) und Alison Yip (geb. in Calgary, lebt in Brüssel). 

Kontrastiert wird dieses Panorama durch die Skulptur Humpty Dumpty von Fion Pellacini (*1986, lebt in Hamburg), als maßstabsgetreue Reproduktion eines Eton Fives Spielfeldes. Eton Fives ist eine britische Nischensportart, die im 19. Jahrhundet an der Außenwand der Kapelle im Eton College entstanden ist und weltweit an Internaten mit der bloßen Hand und einem Ball gegen die Wand gespielt wird. Seine sehr spezifische Spielfeld-Architektur kann als Abbild asymmetrischer Verhältnisse begriffen werden und lädt wie in einem Diorama dazu ein, diese als räumliche Symbolik neu zu verhandeln. Hierfür steht der Eton Fives Court im Kunstverein nun als Ausstellungsraum im Ausstellungsraum den ganzen Herbst über für wöchentlich wechselnde Ausstellungen der Reihe Five in Fives zur Verfügung, die jeden Mittwoch eröffnen. Die Reihe verhandelt Themen, die im Zusammenhang mit der Struktur eines Kunstvereins gesehen werden können: Das Spiel, den Körper, das Netzwerk, den Garten und den Zug, der uns und unseren Verein in die nächsten 20 Jahre mitnimmt! 
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